Habe Probleme mit meinen 2 Amazonen

    Habe Probleme mit meinen 2 Amazonen

    Hallo zusammen

    ich bin neu hier im Forum, und hoffe dass ihr mir noch welche Tipps hättet.

    Sunny (w,3jährig) habe ich seit bald 1.5 Jahren bei mir. Hab sie aus einer schlechten Haltung befreit! Der Vorbesitzer hat sie mit derFlasche gross gezogen und irgendwann ihre Flügel gestutzt, und hat dabei 1 Flügel kaputt gemacht, sprich nun Flugunfähig!!

    Jack (m,ca5jährig) ist seit 4 Monaten bei uns... auch aus einer nicht so schöner Haltung

    tjaaaa... Die Vergesellschaftung mit den beiden sieht sehr schwierig aus, musste am Anfang beide wieder in einzelne Käfige halten. Und jetzt wo der Käfig grösser wurde, wollte ich die beiden im gleichen Käfig halten... Nachts geht es, aber sonst terror
    Sunny hat ihre erste Pupertät, und hat seit Anfang riesen Angst u Panik von Jack! Im Käfig wie auch ausserhalb geht Jack auf sie los!! Fliegt sie an und attackiert sie!
    ein riesen Geschrei hier und von Sunny die vollr Panik... Man sieht es ihr an den Augen an und an ihrem Verhalten...
    Wenn sie die Möglichkeit hat, versteckt sie sich
    und wenn er sich auf sie zubewegt, oder er sich bisschen mehr bewegt im Käfig... Erschrickt sie und fällt zu Boden :(

    was kann ich tun?
    bitte nicht das Wort Geduld benutzten... Die habe ich wirklich... Aber habe langsam das Gefühl das Sunny diese Ann losbekommt

    Fühl mich grad ziemlich hilflos... Und macht mich auch traurig, dass ich die beiden in gezrennten ykäfige halten muss! Das ist jedenfalls nicht die Lösung

    freu mich suf tolle Antworten :SI:
    Hallo Viviane

    Der Reihe nach haben wir folgende Ausgangslage:
    1. Wie Du schreibst, kommen beide Tiere aus schlechter / nicht guter Haltung. Im Fall von Sunny würde ich sogar eine katastrophale Haltung vermuten, wenn ein Halter die Flügel stutzt. Sei dies im Umgang, in der Haltung und vermutlich auch in der Ernährung (wenn sie überhaupt genügend zu fressen hatte).
    2. Andererseits sprechen wir vom Thema "Vergesellschaftung" bzw. von der Eingewöhnungsphase. Ich würde mal behaupten, in mind. 80 % aller Fälle wird dieses Thema unterschätzt und ist nachher die zentrale Ursache für die Schwierigkeiten.
    3. Wir haben eine flugunfähige Henne. Wie jeder Vogel ist auch Sunny grundsätzlich ein Fluchttier, das sich, sei es gegenüber Menschen oder Jack, nicht dem Instinkt entsprechend verhalten kann.

    Als Erstes ziehe ich mal meinen "Chapeau", dass Du einerseits ein behindertes Tier, andererseits Tiere aus schlechter Haltung geholt hast. Dabei muss man aber klar vor Augen halten, dass die Anforderungen generell in der Regel um Einiges höher sind.

    Zur Ausgangslage gehört auch die Erkenntnis, dass die Tiere A) auch Individuen sind und B) in den meisten Fällen "zu dem gemacht wurden wie sie sind". Hoffen wir und dafür sehe ich im Moment keine Anhaltspunkte, dass sie genetisch zumindest nicht geschädigt sind.

    Nun können wir leider nicht einfach einen Schalter auf die Normalposition umstellen. Das geht nicht. Vielmehr braucht es jetzt viele kleine Schritte in der Hoffnung, dass sich die Lage normalisiert. Von Vorteil scheint mir, dass die Tiere relativ jung sind.

    Und nun schauen wir vorwärts.

    - Die Vergesellschaftung:
    Im Klartext gesagt: Aus Gründen der Verantwortung, gesundheitlich und sozial, dürfen fremde Vögel nie und nimmer einfach so zueinandergesetzt werden. Das Risiko, dass die Vergesellschaftung scheitert, ist sehr hoch. Es braucht zwei Schritte vorher: die Quarantäne und die Eingewöhnung. In der Quarantäne dürfen die Tiere grundsätzlich "nicht einmal die gleiche Luft atmen" (separate Räume), um von der gesundheitlichen Situation ein Bild zu erhalten. Vollständigerweise sollte der Neuzugang auch einem Tierarzt vorgestellt werden. In der Eingewöhnung sind sie dann mehrere Wochen in separaten Käfigen mit weit möglichem Sichtkontakt nebeneinander. Erst wenn man von der gerechtfertigten Annahme ausgehen kann, dass eine gegenseitige Akzeptanz da ist und sie sich gegenseitig als "Familienmitglied" sehen (etwas überspitzt), erst dann reden wir über die Vergesellschaftung. Das Prozedere ist zwar mühsam, aber mit Sicherheit erfolgversprechender.

    - Die Haltung:
    Wenn ich das nun richtig lese, haben wir die Vergesellschaftungsphase "etwas überhüpft". Ich empfehle Dir, wenigstens die Eingewöhnungsphase im Moment aufrechtzuerhalten. Das heisst, dass die Tiere nebeneinander in separaten Käfigen untergebracht sind, aber ausgiebigen Sichtkontakt haben. Dies würde ich über mehrere Wochen beibehalten. Auch der Freiflug bzw. den Freigang würde ich nur separat anbieten. Nach ein paar Wochen wäre der Versuch über den Freiflug bzw. über den Freigang zu wagen. Wenn sie sich dort verträglich zeigen, könnte eine Vergesellschaftung tendenziell gelingen. Falls dies nicht der Fall ist, ist mit Sicherheit eine Vergesellschaftung noch zu verschieben.

    Andererseits würde ich Wert auf eine genügende und hochwertige Ernährung legen. Dies hilft mit, Stressfaktoren zu unterbinden und die Tiere in dieser Beziehung ruhig zu halten. Stressfaktoren entstehen unter anderem auch durch Mängel in der Ernährung, zum Beispiel bei Mineralienmangel. Es wäre höchst wünschenswert, einen hohen "Wohlfühlfaktor" zu erreichen, der eindeutig zur Beruhigung beiträgt.

    Dieser gesamte Prozess kann dauern und dauern.... Es braucht dazu nicht nur Geduld, sondern vor allem auch Ehrgeiz, die Situation zu normalisieren. Dank dem Umstand, dass die Tiere jung sind, würde ich die Sache optimistisch angehen. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Ausdauer!

    - Flugunfähige Henne
    Eventuell wäre es denkbar, dass sich mit einer Mauser eine Korrektur einstellt. Dies ist unter anderem davon abhängig, wie stark und an welchen Stellen das Gefieder lädiert ist.

    Auf jeden Fall muss man der Henne ein besonderes Augenmerk zukommen lassen und wenn immer möglich Attacken des Hahns verhindern. Sie ist dermassen im Nachteil, dass panische Reaktionen absolut natürlich sind und im schlimmsten Fall einen Herzschlag verursachen könnten. Der Hahn muss sich im Verhalten also sehr stark beruhigen (über die Ernährung und über den Umgang), damit sich das Ganze mittelfristig erfolgversprechend entwickelt.

    Es ist ein Knochenjob, aber nicht unrealistisch. Mit kleineren Vögel habe ich dies schon mehrmals "geübt" und zwar eigentlich immer mit positivem Ergebnis. Man kann aber den mühsamen Weg nicht umgehen.

    Viel Erfolg.

    Gruss
    bird.001
    Sehe ich eigentlich genau so wie Bird. Was mich jetzt etwas irritiert ist...

    Viviane schrieb:

    Jack (m,ca5jährig) ist seit 4 Monaten bei uns... auch aus einer nicht so schöner Haltung


    Waren sie in den 4 Monaten dann immer getrennt oder hast du sie gleich von Anfang an zusammen gelassen und dann wieder getrennt oder wie?
    Papageien haben keine Besitzer...Papageien haben Personal :-)



    Solange Menschen denken das Tiere nichts fühlen
    Müssen Tiere fühlen das Menschen nichts denken

    Erstmal zur Frage von Andy

    anfangs waren sie getrennt und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Als sie dann zusammen im gleich käfig waren, ging es anfangs ganz okay... Als die angriffe von jack gekommen sind und sunny immer mehr angst bekommen hat wurden die beiden getrennt... Aber die käfige stehen in gleichen raum und habenca 1 mezer abstand...
    Dann kam der neue gross käfig undich probierte es nochmals die beiden im gleichen zu halten... Erfolglos!

    sind jetzt wieder getrennt... Freiflug, spaziergang meistens getrennt... Aber schlafen im gleichen käfig
    Hallo Bird

    danke für deine ausführliche antwort :TOP:

    ja sorry... Habe ich wirklich bisschen überhüpft!
    Wie oben schon geschrieben, sind die beiden nun wieder in getrennten käfige.. Freiflug, spazierang meistens auch... Schlafen jedoch im gleichen käfig

    leider sind bei sunny nach der mauser keine normale federn wieder gewachsen... Und die die gekommen sind bricht sie meistens bei ihren stürzen :( und das tut ihr auch unheimlich weh

    interessant finde ich jedoch:
    sunny hat ja wahrscheinlich seit ein paar wochen ihre erste pupertät und hat sich in der küche ein kästchen ausgewählt als nest!
    wenn sie dort drinn ist, ist ja k sehr oft bei ihr! Sitzt auf dem türchen und schaut hinein und die beiden machen eigenartige geräusche... Schnabeln nicht so liebevoll miteinander, und manchmal dösen beide dabei ein!
    warum ist dort so eine
    sobald aber sunny den weg nach draussen findet, egal wo sie ist... Attackiert jack sie... Er verfolft sie regelrecht und geht auf sie los
    leider sind bei sunny nach der mauser keine normale federn wieder
    gewachsen... Und die die gekommen sind bricht sie meistens bei ihren
    stürzen und das tut ihr auch unheimlich weh


    Bitte unbedingt die Sturzgründe unterbinden und so weit wie möglich verhindern. Sunny sollte ja ein normales Gefiederwachstum haben, so dass die Aussicht bestehen würde, dass sie eines Tages wieder fliegen kann. Deshalb sollte alles getan werden, um das Gefiederwachstum zu fördern.

    sunny hat ja wahrscheinlich seit ein paar wochen ihre erste pupertät und hat sich in der küche ein kästchen ausgewählt als nest!


    Pubertät kennen Vögel nicht. Tiere verhalten sich ihren früheren Erfahrungen entsprechend im Einklang mit der aktuellen Situation. Falls sie ein Nest will, würde ich ihr eines geben. Du kannst allfällige Eier immer noch auswechseln.

    Aber die käfige stehen in gleichen raum und habenca 1 mezer abstand


    Aus meiner Sicht ist das zu weit entfernt. Der Abstand sollte maximal 5-10 cm sein. Und nicht verdeckt, so dass sie im Prinzip immer Sichtkontakt haben. Die Fressnäpfe sind idealerweise unmittelbar vis a vis. Die Tiere sollten alle Aktivitäten gemeinsam ausführen können, ohne direkten Kontakt zu haben.

    Ich würde sie im Moment auch getrennt schlafen lassen, aber auch so, dass sie sich vis a vis setzen können.

    Gruss
    bird.001
    die Federn werden nicht mehr nachwachsen!
    Habe ja die Sunny nicht seit gestern... und beim TA waren wir auch schon paarmale...

    Naja... so gut es geht haben wir hier alles gemacht, was möglich ist... aber da sie halt mal nicht fliegen kann, stürzt sie halt gelegentlich mal... mal mehr mal weniger... ich kann ihr leider nicht noch einen Fallschirm montieren :PA: kleiner Scherz

    Das mit der Pubertät lassen wir mal so im Raum stehen...
    sie hat ihr Kästchen und wir schauen auch gerade für einen Rückzugskasten den wir in den Käfig hängen oder auch stellen können... weil auch wir arbeiten tagsüber

    die biden sind schon gut eingespielt... hisst geschieht einiges synchron! essen, putzen, dösen und schlafen...
    daher lasse ich die Käfige dort stehen wo sie sind... die sehen sich gut genug

    vielen dank bird für dein Einsatz und Hilfestellung...