18 Monate alter Weißkopfpapagei an Krebs gestorben

    18 Monate alter Weißkopfpapagei an Krebs gestorben

    Hallo zusammen,

    erst mal vielen Dank für die bisherigen Antworten auf meine zahlreichen Fragen – ihr habt mir sehr weiter geholfen. Leider gibt´s sehr schlechte Nachrichten…

    Einer meiner beiden Weißkopfpapageien (im Oktober des letzten Jahres erworben) verhielt sich in zunehmendem Maße eigenartig, wollte nicht mehr fliegen, war auffallend passiv, so dass ich eine Fachtierärztin aufsuchte. Das erschütternde und für alle völlig unerwartete Ergebnis (nach 2maligem Röntgen, 1x mit Kotrastmittel): Der ganze Bauchraum voller Tumoren, unser Bert, im Juli 2015 geboren, wurde am selben Tag eingeschläfert.

    Es ist mir aber gelungen, „auf die Schnelle“ einen anderen Partner für den übriggebliebenen Muck zu finden – ein nicht zahmer, anderthalb Jahre alter Vogel, gegengeschlechtlich (= weiblich) vom Züchter. Meine Zähmungsbemühungen zeigen nach 2 Wochen erste Erfolge, immerhin frisst er (sie) mir sehr vorsichtig bereits aus der Hand. Das größere Problem ist sein handaufgezogener Partner in spe Muck, der seinen angestammten Lebensraum recht aggressiv verteidigt, so dass ich in meiner 2m breiten Voliere die Trennwand einschieben musste. Daher meine erste Frage: Mein „Plan“ sieht vor, den neuen Vogel erst mal so weit zu zähmen, dass er auf meine Hand kommt, bevor ich ihm Freiflug im Zimmer gewähre und die Trennwand vorsichtig versuchsweise entferne – kann ich ihm die relative Enge des Käfigs so lange (man weiß ja nicht, WIE lange) zumuten, um meine Zähmungsbemühungen nicht zu gefährden oder würdet ihr anders vorgehen?

    Meine 2. Frage: Im September wollen wir für eine Woche in den Urlaub, sofern die Entwicklung unserer Beiden es bis dahin zulässt. „Papageienpensionen“ sind für mich keine Option, daher meine 2. Frage: Vögel mitnehmen (bei unserem Muck bin ich mir sicher, dass der auch mit einer vorübergehend anderen Umgebung klar kommt – der Vogel kennt keine Angst und keinen Respekt :evil: ) oder von jemandem 1x täglich betreuen lassen, allerdings ohne Freiflug und natürlich ohne meine Gesellschaft für den schon nach kürzester Zeit extrem auf mich fixierten Muck? Wenn die Antwort auf diese Frage lautet: „Bleib gefälligst zuhause und kümmer dich um die Vögel!“ – na, dann kann ich damit auch leben.

    Und meine 3. Frage: Das erste, was der o.g. Tierärztin bei unserem mittlerweile im Vogelhimmel fliegenden Bert auffiel, waren sehr flüssige Ausscheidungen – das veranlasste sie überhaupt erst zum Röntgen. Das Gleiche beobachte ich aber bei Muck seitdem ebenso. Vielleicht höre ich die Flöhe husten – ein weiterer junger, todkranker Vogel wäre echt „too much“ – aber die Frage ist: Was tun? Wieder zur Tierärztin (dort war er ja auch mit, die Ärztin fand aber vom äußeren Anschein nichts Auffälliges)? Vielleicht erst mal ein paar Tage ohne Obst versuchen (Muck isst sehr gern Trauben und Apfel) und schauen, ob´s daran liegt?

    In der Hoffnung, dieses Forum mit meinen Fragen nicht überstrapaziert zu haben, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen vom Niederrhein,

    Bernd
    Hallo Bernd

    Vorab mein Beileid, dass Du bereits nach kurzer Zeit solch unerfreuliche Erfahrungen machen musstest. Es sind Lebewesen und von daher müssen wir leider immer damit rechnen.

    Zu 1:
    Zum Vorgehen möchte ich nicht gerade eine Lobeshymne anstimmen. Das geht viel zu schnell und es wäre idealer gewesen, wenn Du uns bereits mit dem Ableben von Bert informiert hättest. Hast Du die Herkunft des neuen Vogels gut geprüft, sowohl in gesundheitlicher wie in sozialer Hinsicht? Zudem wäre eine Eintrittskonsultation bei der vk Tierärztin nur zu begrüssen. Ich würde auch nie ein neues Tier zum Bestand setzen (Einschleppung und Uebertragung von Krankheiten oder Virus).

    Es wäre fast nicht normal, wenn Murk nicht so reagieren würde. Das ist eine klare Revierverteidigung und besonders, wenn es ein Hahn ist. Es gibt keine realistische Alternative als Neuankömmlinge einige Zeit getrennt neben den Bestehenden zu platzieren. Dabei soll voller Sichtkontakt bestehen. Eine Verpaarung ist erst dann zu begrüssen, wenn vom Verhalten her, vorallem der Bestehenden, angenommen werden kann, dass die Integration gelingt. Ich weiss zwar, dass dieses Vorgehen oftmals nicht berücksichtigt wird, in vielen Fällen rächt es sich aber und kann sogar zu Verletzungen führen. Ich würde nun ohne Eile die Tiere getrennt halten bis eine sichtbare Beruhigung eintritt.

    Zu 2:
    Die beste Lösung wäre, Du hättest eine geeignete und integre Person in Deinem Umfeld, die die Tiere zu Hause betreuen kann. Das wäre für die Vögel und für Dich die Vorzugsvariante. Es ist mir aber bewusst, dass dies leider nicht immer vorhanden ist. Der zweitbeste Weg wäre aus meiner Sicht ein Ferienplatz, sofern es sich um einen seriösen und professionellen Ort handelt. Ich würde auf keinen Fall einen Platz wählen, wo keine Vogelerfahrung vorhanden ist oder die Umstände nicht stimmen. Erst drittens würde ich die Tiere in die Ferien mitnehmen. Das geht mit Sicherheit nicht ohne Stress ab und zudem wäre es natürlich absolut Voraussetzung, dass sich die Beiden bis dahin "grün" sind, sonst kommt es nicht gut.

    Zu 3:
    Ich würde mit Murk auch eine tierärztliche Konsultation vereinbaren. Es ist verantwortungsvoll, das Tier ebenfalls vorzustellen, zumal der Partner auch frühzeitig verstorben ist. In der Hoffnung, dass natürlich nichts "Aussergewöhnliches" festgestellt wird, ist es nicht falsch, Gewissheit zu erhalten. Andererseits kann möglicherweise präventiv gewirkt werden, sollte sich ein Befund ergeben.

    Gruss
    bird.001
    Hallo Bernd,
    es tut mir wirklich sehr leid, dass Dein Papagei gestorben ist....Deine Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch Deine Sorge wegen Muck. Mach Dich nicht verrückt, Du hast ihn der Tierärztin vorgestellt, sie hat nichts Auffälliges gefunden. Ich denke, Du kannst davon ausgehen, dass die Trauben für den wässerigen Kot sorgen. Vielleicht hast Du das in der Zwischenzeit sogar schon ausgetestet. Mein Monti (Amazone) hat auch immer sehr viel Wasseranteil im Kot nach Trauben oder auch von anderem Obst.

    Bernd B. schrieb:

    Mein „Plan“ sieht vor, den neuen Vogel erst mal so weit zu zähmen, dass er auf meine Hand kommt, bevor ich ihm Freiflug im Zimmer gewähre und die Trennwand vorsichtig versuchsweise entferne – kann ich ihm die relative Enge des Käfigs so lange (man weiß ja nicht, WIE lange) zumuten, um meine Zähmungsbemühungen nicht zu gefährden oder würdet ihr anders vorgehen?


    Genau so würde ich auch vorgehen: Den neuen Vogel soweit an Dich zu gewöhnen, dass Du ihn einigermassen händeln kannst. Was ich auf keinen Fall tun würde, ist die Trennwand einfach zu entfernen und "gucken was passiert". Das kann gehörig nach hinten losgehen, wie Bird bereits schrieb. Einer ist in dieser Voliere bereits länger daheim und wird den anderen auf jeden Fall als Eindringling betrachten.
    Die beste Möglichkeit, zwei Vögel zusammenzubringen ist, wenn Du beide Vögel in einen für sie unbekannten Raum bringst - kein Heimvorteil! - und sie dort mal ein wenig auseinander absetzt und schaust, was passiert. Falls sie sich einander friedlich nähern, würde ich mich zurücklehnen und das Schauspiel ansehen. Falls sie sich anfeinden oder gar aufeinander losgehen, musst Du eingreifen und die beiden wieder trennen. (Handtücher bereithalten!) Aber bitte nicht vorschnell eingreifen, weil einer den anderen schräg anschaut oder anknurrt! Viele Verpaarungsversuche scheitern, weil Mensch die Nerven verliert und die Vögel trennt, ohne ihnen die Möglichkeit gegeben zu haben, die Sache selbst zu regeln. Das braucht ein wenig Fingerspitzengefühl, Du wirst es lernen :) Hast Du schon einmal Papageien streiten gesehen? Es gibt nicht immer gleich Mord und Totschlag, manchmal braucht es einfach Zeit. Die Voliere oder den Käfig würde ich übrigens komplett ausräumen und ganz neu einrichten, sobald Du die Vögel zusammensetzt. So dass auch für den eingesessenen Vogel die Voliere neu ist. Viel Glück!
    Lieben Gruss von
    Lilo




    "Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, es ist die Illusion wissend zu sein."
    Stephen Hawking