Scheinzucht als Beschäftigungsprogramm

    Scheinzucht als Beschäftigungsprogramm

    Liebe Mitleser,

    da unsere Blaustirnamazone Sara in diesem Frühjahr beschlossen hat, plötzlich Eier zu legen im hohen Alter von bald 40 Jahren, haben wir ihr und ihrem Partner Monti (Gelbstirnamazone) einen Brutkasten zur Verfügung gestellt. Der Gedanke dabei ist, Sara nicht zur unkontrollierten Eiablage anzuregen durch Wegnehmen der Eier, dazu sie sinnvoll zu beschäftigen und wenigstens einen Teil des Brutgeschäfts ausleben zu lassen. Andererseits haben wir auch die Hoffnung, dass nach Abschluss der Brut ein wenig Ruhe einkehrt und die Gruppe wieder zusammen leben kann.
    Ob das funktioniert oder dann doch ganz anders herauskommt, weiss ich nicht und es kann mir auch niemand schlüssig diese Frage beantworten, somit ist es erst einmal einfach ein Versuch.

    Ich habe mich entschlossen, die Eiablage von 3 Eiern von Sara abzuwarten und erst dann die Eier auszutauschen in einem günstigen Moment. Aus meiner langjährigen Erfahrung mit Hühnern weiss ich, dass ein zu frühes Entfernen des Eis heikel ist, weil die Henne dann das Nest auch wieder verlassen kann - um nach einer Woche wieder von vorne zu beginnen, Eier zu legen. Bei Hühnern ist das nicht weiter schlimm, weil sie ja darauf selektioniert wurden, um viele Eier zu legen. Einem Papagei kann dies jedoch das Leben kosten, wenn ständig neue Eier produziert werden.

    Es ist natürlich auch spannend mitzuerleben, wie Sara und Monti das so toll machen miteinander :LI: Die Aggressionen der beiden halten sich mir gegenüber in Grenzen, ich kann sehr gut putzen und die täglichen Verrichtungen erledigen. Jedoch sind die beiden - wie übrigens kein Papagei von uns - nicht daran gewöhnt, herumgetragen oder angefasst zu werden, ausser für die Pediküre. Dies wurde jedoch speziell trainiert. Aber gegen die anderen Vögel wird schon vor allem von Saras Seite gefaucht und gedroht, in die Luft gehackt und mit den Flügeln geschlagen. Auch der Geräuschpegel ist wieder enorm :O Monti ist wie immer absolut verträglich mit allen und will auch jeden Tag seine Krauleinheiten - egal von wem, er ist da nicht so heikel :FR:
    Ich werde hier sporadisch weiter berichten, wie sich die Sache so entwickelt.....
    Lieben Gruss von
    Lilo




    "Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, es ist die Illusion wissend zu sein."
    Stephen Hawking




    Hallo Lilo

    Meiner Ansicht nach ist es absolut begrüssenswert, den Tieren zur Eiablage immer eine Nistmöglichkeit zur Verfügung zu stellen. Es ist illusorisch zu glauben, man könne eine Eiablage ohne Nistmöglichkeit verhindern. Dann folgt eine unkontrollierte Ablage, weil sich der Vogel damit nicht vom Willen abbringen lässt.

    Anders sieht es umgekehrt aus: Möglicherweise motiviert man eine Henne mit einer Nistmöglichkeit, wenn sie bis anhin keine diesbezüglichen Ambitionen zeigte. Dies wird auch praktiziert.

    Der Austausch mit Kunsteiern ist eine aus meiner Sicht absolut wünschbare, saubere Vorgehensweise, zumal es heute vom Finken- bis zum Papageienei alle Varianten gibt. Wenn kein Nachwuchs erwünscht ist, kann man trotzdem dem Brutwillen freien Lauf lassen und wie Du richtig schreibst, kehrt mit der Brutphase in den meisten Fällen Ruhe ein und damit nimmt auch die Belastung der Henne ab.

    Nach meinem Wissen (es ist mir allerdings nicht bekannt, ob es bei allen Vogelarten zutrifft) beginnt "die Lebensfunktion" in einem befruchteten Ei relativ sehr schnell, weshalb auch der Austausch schnell erfolgen muss. Ich wechsle grundsätzlich jeweils mit der Eiablage gleichentags aus. Bis anhin führte dies noch nie zu einem Ablage- oder Brutabbruch, zumal die Henne mit dem Kunstei eine unveränderte Situation vorfindet.

    Gruss
    bird.001
    Hallo Bird,

    auch wenn es Papageien gibt, die scheinbar wahllos Eier ablegen, denke ich, dass eine Eiablage öfter bei Papageien vorkommt, deren Umwelt ihnen für eine erfolgreiche Brut und Aufzucht geeignet erscheint.

    Bei Sara war der Einzug in den Käfig anscheinend ein Faktor, der sie zu einer Eiablage animiert hat. Im weitesten Sinne könnte man ja sagen, der Käfig bietet ihr Schutz und Privatsphäre ;)

    Der Brutkasten im Käfig wird der einzige sein und bleiben. Das gäbe ein schönes Gedönse, wenn ich im Zimmer Brutkästen aufhängen würde und alle plötzlich auf die Idee zu brüten kämen :O :O :O
    Lieben Gruss von
    Lilo




    "Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, es ist die Illusion wissend zu sein."
    Stephen Hawking




    auch wenn es Papageien gibt, die scheinbar wahllos Eier ablegen, denke ich, dass eine Eiablage öfter bei Papageien vorkommt, deren Umwelt ihnen für eine erfolgreiche Brut und Aufzucht geeignet erscheint.


    Eine wahllose Eiablage wird bei den meisten Vogelarten vorkommen, wenn keine aus Sicht der Henne geeignete Ablagemöglichkeit besteht. Aus diesem Grunde macht es letztendlich keinen Sinn, dem Tier einen Nistkasten vorzuenthalten. Daher würde ich dem Vorgehen zustimmen.

    Der Brutkasten im Käfig wird der einzige sein und bleiben. Das gäbe ein schönes Gedönse, wenn ich im Zimmer Brutkästen aufhängen würde und alle plötzlich auf die Idee zu brüten kämen


    Verstehe ich nicht ganz =O . Wie ich ausführte, hat der Brutkasten vorliegend den Sinn, die wahllose Eiablage zu unterbinden. Damit bin ich davon ausgegangen, dass wir von einem Nistkasten sprechen.
    Hallo Bird,

    bird.001 schrieb:

    Verstehe ich nicht ganz . Wie ich ausführte, hat der Brutkasten vorliegend den Sinn, die wahllose Eiablage zu unterbinden. Damit bin ich davon ausgegangen, dass wir von einem Nistkasten sprechen.


    Wir haben drei Papageienhennen. 8)
    Lieben Gruss von
    Lilo




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    Stephen Hawking




    Hola Susanne,

    nööö, bis jetzt nicht. :NE: Und damit dies mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit so bleibt, gibt's eben keinen weiteren Kasten :NO:
    Bis der Käfig ins Zimmer kam, hatte jahrelang niemand Lust, Eier zu legen :PF:

    Hat Dein Lorli mal...?
    Oder Andys Jeanny..??
    Lieben Gruss von
    Lilo




    "Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, es ist die Illusion wissend zu sein."
    Stephen Hawking




    Lorli hat wohl einen erhöhten Kalziumspiegel (= Balz ist nachweisbar), aber ein Ei zu legen :NE:

    Aber im Moment darf sie am Sofa auf der Seite sich runterangeln. - Sie hat ein Frottee-Tuch... Und dann ist sie zwischen der Sofa-Wand und der normalen Wand. Sie quietscht und gibt andere Laute von sich. Es liegen alte Shirts, damit sie mir nicht an die Holzleiste geht. Das klappt bis jetzt super.
    Ihr gefällt diese Art von Beschäftigung irre. Manchmal höre ich von der Dame auch gar nichts..... Und mit der Taschenlampe sehe ich sie dann vergnügt in den Tüchern wühlen oder sie sitzt einfach auf nem Shirt. Es ist aber unmöglich, das Sofa hervorzuziehen, um zu sehen, ob hinten ein Ei ist. Das habe ich schon versucht.

    In der Balz schreddert sie auch gerne unbehandelten Fichtenholzleisten, die ich auf eine Länge von 12 cm schneiden lasse. Wenn die Balz vorbei ist, sind diese Dinger wieder total uninteressant. - Man verstehe Lorli.

    Aber manchmal kommt sie auch ganz freiwillig hervor. Keine Ahnung, was in der Dame vorgeht :PF:
    Grüessli, Susanne :TOP:
    Hallo Susanne,

    Susanne schrieb:

    Es ist aber unmöglich, das Sofa hervorzuziehen, um zu sehen, ob hinten ein Ei ist. Das habe ich schon versucht.


    Na das würdest Du wohl irgendwann riechen können :PF:

    Susanne schrieb:

    Keine Ahnung, was in der Dame vorgeht


    Willkommen im Club der Ahnungslosen :P
    Lieben Gruss von
    Lilo




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    Update:

    Die Brutzeit ist für den Moment zumindest vorbei und Sara und Monti sind längst zum Alltagsprogramm zurückgekehrt. Nachdem Monti öfters aus dem Käfig herauskommen wollte - Sara sass noch immer einige Stunden am Tag in der Kiste - habe ich schliesslich einfach die Käfigtüre offen stehen gelassen. Sara kam dann mit Monti zusammen für immer längere Ausflüge aus dem Käfig, bis sie schliesslich der Kiste keine Beachtung mehr schenkten und ich diese entfernen konnte.
    Es ist deutlich ruhiger geworden im Zimmer, Sara ist wieder viel gelassener geworden. Mein Fazit nach dieser ersten Erfahrung mit brütenden Papageien: Wenn Papageien brüten wollen, so soll man es ihnen wenn immer die Möglichkeit besteht, zugestehen. Man bekommt wirklich Vögel, die wesentlich ausgeglichener "zurückkehren" als wenn man während der ganzen Brutzeit versucht, sie von der Brut abzuhalten. Ich werde dies bei der nächsten Brutlaune wieder so machen, möchte aber dann probieren, die Käfigtüre offen zu lassen, damit die beiden hinein und herauskönnen nach Lust und Laune. Interessant war noch, dass keiner der anderen Vögel auch nur den Versuch unternommen hat, in die Nähe der Käfigtüre zu gehen, auch nicht, als Sara und Monti bereits ausgezogen waren. :D
    Lieben Gruss von
    Lilo




    "Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, es ist die Illusion wissend zu sein."
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